Donnerstag, 10. Februar 2022, 19:30 Uhr

Martinskirche, Basel

Wie komponierte Jean Sibelius die Sinfonie Nr. 5, seine 
zugänglichste Sinfonie? Der Einfluss von Eindrücken und Augenblicken aus der umliegenden Natur seines Landhauses ist unüberhörbar. Er liess sich von Trompetenrufen der Singschwäne inspirieren, die aus ihren europäischen Winterquartieren nach Norden zurückkehrten.

 

Ein wichtiger Impuls findet sich auch in seiner Haltung zum Komponieren. Für ihn war Musik ein schönes, vom Gott geschaffenes Mosaik. Zur Entstehung seiner fünften Sinfonie sagte Sibelius: „Es ist, als hätte Gott Mosaiksteine vom Boden des Himmels herab geworfen und mich aufgefordert, sie wieder zusammenzusetzen.“


Schwanenhymne. An einem kalten April Vormittag erhielt Jean Sibelius ein Geschenk aus dem Himmel: Die Inspiration zum sog. Schwanenthema. „Heute, zehn vor elf Uhr, sah ich sechzehn Singschwäne. Einer der grössten Eindrücke meines Lebens! Mein Gott, diese Eleganz. Lange Zeit und so wunderschön kreisten sie über mir. Verschwanden im Sonnendunst wie ein Silberstreifen, der hin und wieder aufblitzte. Sie riefen im selben Holzbläserklang wie die Kraniche, aber ohne 
Tremolo. Der Schwanenruf näher bei der Trompete, obwohl offensichtlich ein Sarrusophon-Klang. Ein tief klingender Refrain erinnerte an das Weinen eines kleinen Kindes. Naturmystik und Lebensschmerz! Das Finalthema der fünften Sinfonie, Legato in den Trompeten!!“

 

Dieses Schauspiel im Winterhimmel am 21. April 1915 ist nur eine der unzähligen Naturbeobachtungen, die Jean Sibelius in seinen Tagebüchern verewigte. Er schrieb über das Leben auf seinem Seelandgut, seine Arbeit an den Kompositionen und über die grossartigen Momente der Inspiration, welche ihm die nordische Natur schenkte.​

Konzerteintritt

Eintritt frei, Kollekte 

Konzertablauf

19:00 Uhr Türöffnung, 19:30 Uhr Konzertbeginn,

20:45 Uhr Konzertende, keine Pause.

 
Konzertort
Martinskirche, Martinskirchplatz 4, 4051 Basel
Haltestellen „Schifflände“ und „Marktplatz“

Zugang mit Covid-Zertifikat (2G), Maskenpflicht

Es gelten die Zertifikats- und Maskenpflicht. Die Gültigkeit des Covid-Zertifikats (2G) und die Identität (amtlicher Ausweis mit Foto) werden beim Zutritt geprüft. In Innenräumen gilt Maskenpflicht. 

Dank an die Förderer

Das Konzert findet mit freundlicher Unterstützung von 
privaten Gönnern und Stiftungen statt. 

 

Himmlisches Mosaik

 

Sinfonie Orchester Biel Solothurn 
Basler Festival Orchester 
Pablo Barragán, Klarinette 
Joonas Pitkänen, Leitung

Alfred Schweizer (*1941)
Sinfonie RA, Orchesterstück Nr. 4 (2001)

 

Carl Nielsen (1865–1931)
Konzert für Klarinette und Orchester, Op. 57 (1928)

 

Jean Sibelius (1865–1957) 
Sinfonie Nr. 5 in Es-Dur, Op. 82 (1915)

Konzertflyer

Titelseite Konzertflyer Himmlisches Mosaik 10.02.22.jpg

Joonas Pitkänen

Joonas Pitkänen (geb. 1986) stammt aus Südfinnland und arbeitet heute vorwiegend in der Schweiz und Deutschland. Er ist zurzeit Dirigent des 

Stadtorchesters Zug und des Akademischen Orchesters Freiburg im Breisgau. Seit über zehn Jahren befindet sich sein Lebensmittelpunkt in Basel, wo er regelmässig als Gastdirigent des Basler Festival Orchesters auftritt. Hier betreut Pitkänen auch die von ihm 2014 mit-gegründete finnische Konzertreihe „Feeling blue & white“, bei der er für die Programmgestaltung und die künstlerische Planung verantwortlich ist. 


Bevor er sein Dirigierstudium bei Prof. Ari Rasilainen an der Hochschule für Musik Würzburg 2016 abschloss, absolvierte er das Solistendiplom für Violoncello bei Prof. Thomas Demenga an der Hochschule für Musik Basel (2013). Er ist Cellist in zweiter Generation und darf seine Leidenschaft bis heute professionell ausüben: Er ist Mitglied des Sinfonieorchesters Biel und der Camerata Zürich. 


Neben dem Repertoire aus seiner Heimat und den 
skandinavischen Ländern wird Pitkänen besonders 
für seine Interpretationen der Orchesterwerke von 
Anton Bruckner und Dmitri Schostakowitsch geschätzt. Er will stets die Musik und die Musiker in den Vordergrund stellen. Wichtig sei auch, als Dirigent zeitgenössischer Musik zu wirken und dem Publikum unbekannte Werke zugänglich zu machen.
www.joonaspitkanen.com

Basler Festival Orchester

Das Basler Festival Orchester BFO ist vor allem durch seine traditionellen Silvesterkonzerte bekannt geworden: seit seiner Gründung 1997 bis 2015 hat das BFO zum Jahreswechsel im Musiksaal des Stadtcasinos Basel gespielt. Ein weiteres wichtiges Engagement erfolgte 2008-2012 als Opernorchester am Opernfestival Riehen. Im Rahmen des Festivals Basel tanzt 2003 und 2005 spielte das BFO als Ballett-Begleitorchester für das Staatsballett Berlin und das 
Stuttgarter Ballett. Das BFO besteht noch heute vorwiegend aus jungen Berufsmusikern und steht als ein hochstehendes Projektorchester für vielseitige Veranstaltungen zur Verfügung. Am Pult wirken heute Gastdirigenten. Nachhaltig wurde das Orchester von Thomas Herzog geprägt, der 2002-2018 die Künstlerische Leitung von BFO innehatte. 

www.bfo.ch