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Dirigieren
NeoClassic Cello
Sofia Ahjoniemi, Akkordeon
Chiara Enderle, Violoncello
Astrig Siranossian, Violoncello
Christoph Dangel, Violoncello
Deanna Talens, Violoncello
Ekachai Maskulrat, Violoncello
Arto Noras, Violoncello
Joonas Pitkänen, Dirigent, Violoncello
sowie Teilnehmer/innen des Meisterkurses
für Violoncello mit Arto Noras in Basel  

Jubiläum anlässlich des 100. Geburtstags von Einar Englund/Hommage an den neoklassizistischen Symphoniker Finnlands

Harri Wessman (*1949)
Barocco für Violoncello und Akkordeon (2006)

Jouni Kaipainen (1956-2015)
Elemental chanting für Violoncello und Akkordeon (2009)

Einar Englund (1916-1999)
Konzert für 12 Violoncelli (1981)

Hotel Hofmatt, Münchenstein

Oktober 2016

Die Arbeit eines Komponisten zugunsten der Tonmusik seiner Zeit und der Zukunft, der Musikstudierenden und Mitmusiker wie auch der Konzertveranstalter und Kompositionsauftraggeber, kann im besten Fall ein ganzes Fach nachhaltig beeinflussen, wie die Lebensgeschichte von Lasse Pihlajamaa beweist. Die Konzertreihe Feeling blue & white stellte sein künstlerisches Erbe für die finnische Akkordeonkunst im vergangenen Januar vor.

Genauso faszinierend ist der Lebenslauf eines seiner Zeitgenossen, des Pianisten und Komponisten Einar Englund (1916-1999). Auch er ein begnadeter Autodidakt, Improvisationstalent und hochkompetenter Instrumentalist, dessen Arbeitgeber oft das Genre der gehobenen Unterhaltungsmusik vertraten. Nicht gerade die beruflichen Voraussetzungen, für welche jemand in der Welt der grossen Tondichter respektiert wird. Englund aber liess sein Lebenswerk für sich sprechen; es wird von grossformatigen sinfonischen Werken, sieben Sinfonien und sieben Konzerten dominiert. Daher ist es naheliegend, in einem Hommage-Konzert, das zu seinem 100. Geburtstag veranstaltet wird, eine Komposition zu präsentieren, die kammermusikalische Elemente mit orchestralen und konzertanten Dimensionen verbindet und in welcher auch der für Englund typische neoklassizistische Stil zu hören ist: Das Konzert für 12 Violoncelli.

Englund komponierte dieses fünfsätzige Auftragswerk in nur sechs Monaten 1980-81. Seinen Ursprung hat es aber in einer sehr schönen Begegnung 1951 mit Heitor Villa-Lobos, beide grosse Bewunderer von Igor Strawinsky. Aufgrund dieses freundschaftlichen Treffens in der brasilianischen Botschaft in Helsinki, („Einer der interessantesten Momente meines Lebens“, meinte Englund) und eines Konzertes mit Musik für Violoncello von Julius Klengel und Villa-Lobos, welches Englund sehr beeindruckt hatte, nahm er den Kompositionsauftrag der Helsinki Philharmonie begeistert an. Eine seiner Motivationen war dann auch, das Repertoire der Cello-Sektion dieses Orchesters mit einheimischer Musik zu bereichern.

„Die Ausdrucksmöglichkeiten einer Cello-Sektion sind erstaunlich. Die Amplitude ist gigantisch. Mal klingen die Instrumente transparent kammermusikalisch, mal nach einem saftigen Streichorchester, intensiv und feurig.“  -Einar Englund-

Im Geist der finnischen Neoklassik und eigens für Violoncello komponierten Kammermusik werden die Tanzcharaktere und dunkle Melodieströme von Englund („Meine Komponierarbeit geht sehr gut voran; sie wird eine Apotheose des Tanzes!“) in Gesellschaft von zwei Duowerken für Violoncello und Akkordeon gespielt: „Barocco“; ein lyrisches Charakterstück von Harri Wessman und „Elemental Chanting“; ein wahres Instrumentaldrama von Jouni Kaipainen. Diese Instrumentenkombination, von deren Klang selbst Rostropowitsch behauptete, dass es feiner als der eines Violoncello-Klavier-Duos sei, wird weitere beeindruckende Ausdrucks- und Austauschformen auf dem Cello demonstrieren. Mit Sofia Ahjoniemi, Akkordeon und Joonas Pitkänen, Violoncello, die seit Gründung der Konzertreihe Feeling blue & white künstlerisch zusammenarbeiten, werden die für beide Instrumente anspruchsvollen Stücke zu einer mitreissenden musikalischen Darbietung, was nicht zuletzt daran liegt, dass ihre Musikerpersönlichkeiten sehr gut harmonieren.
 
Im internationalen Cello-Ensemble, das eigens für das Hommage-Konzert an Einar Englund gebildet wurde, spielen mit Astrig Siranossian, Christoph Dangel und Ekachai Maskulrat hervorragende und in der Region Basel wirkende Cellisten. Während die 24-jährige Chiara Enderle die jüngere Generation der hochbegabten Cellisten der Schweiz vertritt, ist der finnische Altmeister Arto Noras einer der aussergewöhnlichsten Cellisten seiner Generation. Verstärkt werden diese Spitzenkünstler von talentierten Teilnehmern eines Meisterkurses für Violoncello, den Arto Noras auf Einladung von Feeling blue & white im Oktober 2016 in Basel geben wird. Und Joonas Pitkänen? Er steht diesmal am Dirigentenpult.

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